Eintrag-Details: Schnelllesen: Schlüssel zum neuen Lernen

17.11.2005

Schnelllesen: Schlüssel zum neuen Lernen

Wie schnell lesen Sie eigentlich? Viele Menschen machen sich keine Gedanken darüber oder haben noch nie ihre Lesegeschwindigkeit gemessen. Warum ist jedoch schnelles Lesen für einen guten Lernerfolg wichtig?

  • Schnelles Lesen spart Zeit. Fakten können schneller aufgenommen werden, unwichtiges wird schnell überflogen.
  • Schnelles Lesen fördert die Aufnahmefähigkeit. Forscher haben festgestellt, dass Schnellleser das gelesene besser behalten als der durchschnittliche Normalleser.
  • Schnelles Lesen fördert die Konzentration. Es verhindert, dass die Augen in der Zeile wieder zurück springen, und bereits gelesenes noch mal fixieren.

[Mehr:]

Was ist schnelles Lesen überhaupt? Der normale Leser liest einen Text mit normalem Schwierigkeitsgrad mit etwa 200 bis 240 Wörtern pro Minute. Der geübte Schnellleser kommt hier auf bis zu 700 oder gar über tausend Wörtern pro Minute. Es gibt weiter Steigerungen wie das "PhotoReading" bei dem der Text schon durch bloßes Durchblättern der Seiten aufgenommen werden soll. Das klingt etwas esoterisch und erfordert einiges an intensivem Training. Das "normale" Schnelllesen kann jedoch jeder erlernen.

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Zunächst ist das Erweitern der Blickspanne notwendig. Der normale Leser kann eine Silbe mit zwei bis vier Buchstaben auf einen Blick erfassen. Der geübte Leser kann nach Erweiterung seiner Blickspanne schon eine ganze Zeitungsspalte auf einen Blick erfassen. Solche Menschen können die Tageszeitung bequem von oben nach unten lesen, weil der Blick nicht mehr von links nach rechts in der Zeile wandern muss.

Alte Lesegewohnheiten

Wird die angelernte Fertigkeit des Lesens aus der Schule weitergeführt, dann versucht man normalerweise die Worte einzeln oder gar in Silben zu erfassen. Dabei muss das Auge in einer Zeile mehrmals anhalten, denn das menschliche Auge sieht nur dann scharf, wenn es sich auf einen Punkt konzentriert. Das führt dazu, dass pro Zeile sehr viele dieser Haltepunkte auftreten, was das Lesen langsam macht. Wird die Blickspanne so erweitert, dass man ganze Worte mit acht bis zwölf Zeichen auf einen Blick erfassen kann, so reduziert sich die Anzahl dieser Haltepunkt beträchtlich. Dazu kommt noch, dass viele Füllworte wie "die", "das", "eine" etc. gar nicht bewusst gelesen werden müssen. Unser Gehirn kann den Text meist sogar dann verstehen, wenn diese Worte ganz weggelassen werden. Nur so ist es möglich, die Spalte einer Tageszeitung auf einen Blick zu erfassen und so die Zeitung von oben nach unten zu lesen.

Eine ebenso verbreitete Angewohnheit ist das stille mitsprechen (Subvokalisieren). Auch das ist ein Überbleibsel aus der Schulzeit, als die Texte noch laut vor- und mitgelesen wurden. Das verlangsamt das Lesen ganz erheblich. Das Gehirn kann nämlich den Text deutlich schneller erfassen, als der Kehlkopf die Worte aussprechen kann. Selbst wenn der Text nicht laut mitgelesen wird, bremst die Angewohnheit das Lesetempo.

Auch das Mitverfolgen des Textes mit dem Finger gehört zu den Tempobremsen. Das menschliche Auge ist nämlich wesentlich schneller als der Finger. Neuere Untersuchungen haben jedoch gezeigt, dass definierte Haltepunkte das Tempo auch steigern können, sofern sie nicht bei jedem Wort vorhanden sind. So kann das Zeigen mit dem Finger dann wieder sinnvoll werden, wenn man in den Zeitungsspalten den Finger nicht von links nach rechts, sondern Zeilenweise von oben nach unten bewegt.

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Das Zurückspringen mit dem Auge ist schließlich eine Angewohnheit, die meist mit mangelnder Konzentration gepaart ist. Wird der Sinn eines Satzes nicht sofort erfasst, neigt der normale Leser dazu, ihn wieder und wieder zu lesen. Dieses Zurückspringen führt dann dazu, dass schon gelesener Text immer wieder abgesucht wird. Auch hier hat die Forschung gezeigt, dass unser Gehirn den Sinn durchaus verstehen kann, wenn wir nur konsequent weiterlesen.

Neue Lesegewohnheiten

Zum Schnelllesen gehört nicht allzu viel. Schon die Umstellung einiger Lesegewohnheiten kann die Geschwindigkeit und das Verständnis steigern. Gewöhnen Sie sich an, immer nur vorwärts zu lesen, das Zurückspringen in der Zeile also zu vermeiden.

Außerdem lesen Sie möglichst immer "still", ohne die gelesenen Worte noch mal geistig zu wiederholen. Sie werden schnell merken, dass Ihr Auge dann die Texte automatisch in höherer Geschwindigkeit aufnimmt.

Bemerkenswerten Erfolg werden Sie haben, wenn Sie dazu auch noch Ihre Blickspanne erweitern, werden Sie mit einiger Übung bald auch die Zeitungsspalten von oben nach unten lesen können.

Blickspanne erweitern

Übungen zum erweitern der Blickspanne kann man unterschiedlich durchführen. Die einfachste Form ist die Benutzung von Blitzkarten-Listen. Dabei werden Zahlen oder Worte einfach untereinander auf eine Liste geschrieben. Diese werden dann mit einer kleinen Karteikarte oder einem Zettel abgedeckt. Die jeweils nächste Zeile wird nun kurzzeitig (blitzartig) aufgedeckt und sofort wieder abgedeckt (daher der Name "Blitzkartentechnik).

Die Zahlen bzw. Wörter sollten in der Liste nach unten hin immer länger werden. Man versucht dabei, den kurzzeitig aufgeblitzten Begriff zu erkennen. Mit etwas Übung lassen sich auf diese Weise leicht auch sechsstellige Zahlen noch innerhalb eines Sekundenbruchteils erfassen. Bei Worten ist es meist noch einfacher, weil sogar lange Worte sofort erkannt werden, sofern sie zum gewohnten Wortschatz des Lesers gehören.

Eine noch bessere Methode ist die Übung mit einer geeigneten Software am Computer. Hier ist die Gefahr des Schummelns nicht so groß. Außerdem kann die "Einblendezeit" von der Software ganz exakt vorgegeben werden, so dass die Ergebnisse vergleichbarer sind.

Beispiel

Hier ein Beispiel für so eine Computeranwendung:

Sie benötigen den Flash Player (Version 5) um die Anwendung sehen zu können


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Schneller lesenSchneller lesen.

Permalink 17.11.2005 16:59:58, von Marian Email , 893 Wörter, 11184 mal angeschaut   German (DE) Kategorien: Lernen

Kommentare, Pingbacks:

Kommentar von: Kim [Besucher]
Funktioniert das wirklich?

Ich kenne zwar sehr viele Kurse aber niemanden, der das einsetzt. Naja, vielleicht funktioniert das auch nur am Anfang.

Solange es keinen definitiven Beweis gibt, kümmere ich mich nicht mehr drum.

Kim
Permalink 05.02.2006 @ 16:14
Kommentar von: Marian [Mitglied] · http://www.heddesheimer.de
Hallo Kim,

ich selbst habe das nie ganz konsequent selbst durchgeführt, zumindest nicht bis zur schnellsten Stufe (es gibt ja auch sowas wie "photoreading" wo man nur noch die Seiten schnell durchblättert).

Aber die Grundübungen wie die vergrößerung der Blickspanne haben mir schon geholfen. In meinen besten Zeiten konnte ich mal die Zeitung senkrecht von oben nach unten lesen, weil die Blickspanne gerade für eine Zeitungsspalte gereicht hat.

Inzwischen lese ich zu viel am Computer, da liest man ja sowieso anders (man scannt eher als das man liest). Da fällt mir ein: Ich sollte mal wieder öfters vom Papier lesen, damit ich das nicht noch ganz verlerne ;-)

Vielleicht hat ja ein anderer Leser schon praktische Erfahrungen mit Speed-Reading oder sogar Photoreading gemacht und kann mal hier berichten?

Gruß Marian
Permalink 05.02.2006 @ 16:22
Kommentar von: Hoffmann [Besucher]
Über diese Technik habe ich schon vor ca 30 Jahren gelesen und mir damals auch das Buch gekauft. Leider fehlte jedoch die Zeit, oder auch die Konsequenz, sich damit zu befassen.
Was anwendbar ist, ist das springen von Zeile zu Zeile, und das erfassen von maximal 5 Wörtern. Das man sogannte kleine Wörter wie der-die-das etc ausläßt kann ich mir nicht vorstellen.
Auch ich lese hauptsächlich am PC. Aber das Lesen von Papier kann man weniger verlernen als vielleicht das Schreiben mit der Hand, welches mir heutzutage enorm schwer fällt.
@Kim - die Beweise kann man sich nur selber erarbeiten, das ist doch mit allem so - mir können 1000 Leute dsagen das Weight Watchers toll ist - deswegen muß es für mich noch lange nicht praktikabel und toll sein. Ich muß es aber versuchen um es einschätzen zu können, das Urteil andrer nutzt mir gar nichts, und so ist es auch mit dieser Methode
Viele Grüße
Permalink 10.02.2006 @ 09:13
Kommentar von: Alexandra Deindörfer [Besucher]
Ich verwende diese Technik schon von Kindesbeinen an. Ich habe diese Technik mir selbst angeeignet, ohne zu wissen, dass man dafür einen Kurs benötigt oder es extra Literatur dafür gibt.

Damit konnte ich einen Karl Mey Roman an einem Tag "verschlingen". Im Studium hilft es ungemein, wenn man sehr viel lesen muss.
Permalink 10.03.2006 @ 12:11
Kommentar von: miro prnjak [Besucher]
hallo leute, heute das erste mal vom power reading oder schnell-lesen gehört.. und zwar im radio split... kroatien.. morgen ist ein wettbewerb in zagreb wo die besten schnellleser der welt teilnehmen... der rekord soll 128 seiten in 30 sekunden sein wobei der leser mindenstens 70 prozent des textes weiss und schildern kann um was es ging in dem text.. Nun ja jetzt werde ich wohl oder übel das ergebniss in Zagreb abwarten.. bin sehr gespannt und neugierieg... soll auch ein seminar geben teilnahme 7 tage und bla bla bla... wie auch immer mein problem war immer das lesen, doch allein der gedanke das mann schnell lesen kann setzt mich in eine euphorie das ich sogar jetzt denke das ich schnell lese und auch schnell schreibe- wie genau das prüfe ich nicht nach.. aber das gefühl ist toll... Die erklärung der Wissenschaftler ist das mann nur mit einer Gehirnhälfte list und die andere dabei ruht... man muss nur die andere seite aktievieren und loss geht es.. Wenn dies funktioniert dann mal los ... wollte schon immer physik und biologie studieren sowie aerodynamik und boote und andere tehnologien interessiren mich genauso... wenn mann so schnell informationen schlucken kann wo kämmen wir hin.. ist das der nächste schritt... wenn ja will ich den nicht verpassen den die Zeit reist ja nicht sie rennt und mit meinen 38 jahren denke ich werde ich die zeit auch nicht mehr anhalten können... doch werde ich mir das nötige wissen aneignen was mir fehlt denn die IQ test waren vor jahrzennten sehr gut gewesen... doch das lernen viel mir schwer vor allem das lesen... wir das jetzt anders... wenn ich eine summe von 200 euro bezahlen muss dann gut wenn die lesegeschwinidigkeit nur an das doppelte gesteigert wird geschweige an das 100-fache.stop for today.. wer will kann mir schreiben... grüße aus split kroatien miro prnjak ( der nächste schnellleser vielleicht...) und warum hat es mir nimmand schon früher gesagt... :-(
Permalink 12.03.2006 @ 00:12
Kommentar von: miro prnjak [Besucher]
sorry kleiner fehler 128 Seiten in 60 sekunden wobei der abgefragte text zu mehr als 70% verstanden worden sein muß.gruß miro prnjak
Permalink 02.04.2006 @ 14:50
Kommentar von: R. Boltd [Besucher] · http://www.ayko.de
Hallo, ich kann das Buch "Schneller Lesen" sehr empfehlen. Ich habe es am Wochenende durchgearbeitet und bin mit den Ergebnissen sehr zufrieden! Ich muss beruflich täglich viele Texte lesen, die zum Teil nur wenige relevante Informationen enthalten, dabei hilft schnelles Lesen enorm. Die wichtigen Informationen erkennen, die unwichtigen "überfliegen".
Permalink 04.05.2006 @ 20:49
Kommentar von: heldenhaft [Besucher]
hi alexandra, vielleicht solltest du dich nicht überfordern und etwas langsamer lesen - dann schlägt sich das viele lesen auch auf deine orthographie nieder!
Permalink 04.05.2006 @ 20:54
Kommentar von: Marian [Mitglied] · http://www.heddesheimer.de
Folgender Kommentar erreichte mich per E-Mail mit der Bitte um Veröffentlichung:

...weil eine meiner Vorgängerinnen die Frage nach "Beweisen" für den Nutzen von Lesetrainings gestellt hat: Schauen Sie sich doch einmal die Informationen zum PRO READ Kurs an, dem weltweit erfolgreichsten Lesetraining. Dieser Kurs wird an der FU Berlin seit knapp fünf Jahren mit großem Erfolg und zu Preisen, die für Studierende erschwinglich sind, angeboten.

Auf der FU-Website finden Sie zurzeit 28 Berichte unterschiedlicher Medien, meist Erfahrungsberichte aus erster Hand, zu diesem Kurs - das gibt, glaube ich, einen sehr lebendigen und authentischen Eindruck. Fast alle davon bewerten den Kurs positiv. Außerdem gibt es dort mehrere Evaluationen, die ebenfalls den hohen Nutzen dieses Trainings belegen.

Die Techniken ähneln denen, die in dem Sturtz/Backwinkel-Buch beschrieben sind: Optimierung der Blickprozesse, Vermeidung von Regressionen, Reduzierung des Mithörens. Dies sind eben genau die Techniken, die praktisch unisono von allen Fachleuten zur Verbesserung der Lese-Effizienz empfohlen werden.

Das Besondere am PRO READ Kurs ist die sehr praxisnahe und motivierende Einübung der neuen Lesetechniken. Probiert´s aus! Der Kurs wird in Berlin (aber auch bundesweit) mehrmals
monatlich angeboten, es finden auch häufig kostenfreie Infoveranstaltungen statt.

...ich will´s nicht verschweigen: Ich bin selbst Trainer dieses Kurses. Wer mehr wissen will, kann mich auch direkt anschreiben unter: lesen (at) zedat (dot) fu-berlin (dot) de
Permalink 01.09.2006 @ 12:49
Kommentar von: Holger Backwinkel [Besucher] · http://www.schneller-lesen.com
Beweise? Wie wäre es mit einem Gespräch mit Menschen, die bei mir "Schneller lesen" im Seminar gelernt haben? Ansonsten einzige Möglichkeit: Technik lernen, üben und dann über Erfolge freuen.

Und noch etwas: Sich über die Orthografie eines Users aufzuregen und selbst alles klein zu schreiben ist eine bodenlose Fechheit!
Permalink 03.10.2006 @ 11:30
Kommentar von: Martin [Besucher]
Hallo, bringen den Computer-Programme, die das Schnelllesen unterstützen, etwas? Ein Beispiel dafür ist der RapidReader (http://www.rapidreader.com/). Gibt es noch andere Programme?
Permalink 27.10.2006 @ 11:58
Kommentar von: bö [Besucher]
Hallo
@martin
schauf mal auf http://www.zapreader.com/
ist das selbe prinzip
Permalink 18.11.2007 @ 12:42

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