Zur Startseite - das Weblog -Wie schnell lesen Sie eigentlich? Viele Menschen machen sich keine Gedanken darüber oder haben noch nie ihre Lesegeschwindigkeit gemessen. Warum ist jedoch schnelles Lesen für einen guten Lernerfolg wichtig?
Was ist schnelles Lesen überhaupt? Der normale Leser liest einen Text mit normalem Schwierigkeitsgrad mit etwa 200 bis 240 Wörtern pro Minute. Der geübte Schnellleser kommt hier auf bis zu 700 oder gar über tausend Wörtern pro Minute. Es gibt weiter Steigerungen wie das "PhotoReading" bei dem der Text schon durch bloßes Durchblättern der Seiten aufgenommen werden soll. Das klingt etwas esoterisch und erfordert einiges an intensivem Training. Das "normale" Schnelllesen kann jedoch jeder erlernen.
Advertisement/WerbungZunächst ist das Erweitern der Blickspanne notwendig. Der normale Leser kann eine Silbe mit zwei bis vier Buchstaben auf einen Blick erfassen. Der geübte Leser kann nach Erweiterung seiner Blickspanne schon eine ganze Zeitungsspalte auf einen Blick erfassen. Solche Menschen können die Tageszeitung bequem von oben nach unten lesen, weil der Blick nicht mehr von links nach rechts in der Zeile wandern muss.
Wird die angelernte Fertigkeit des Lesens aus der Schule weitergeführt, dann versucht man normalerweise die Worte einzeln oder gar in Silben zu erfassen. Dabei muss das Auge in einer Zeile mehrmals anhalten, denn das menschliche Auge sieht nur dann scharf, wenn es sich auf einen Punkt konzentriert. Das führt dazu, dass pro Zeile sehr viele dieser Haltepunkte auftreten, was das Lesen langsam macht. Wird die Blickspanne so erweitert, dass man ganze Worte mit acht bis zwölf Zeichen auf einen Blick erfassen kann, so reduziert sich die Anzahl dieser Haltepunkt beträchtlich. Dazu kommt noch, dass viele Füllworte wie "die", "das", "eine" etc. gar nicht bewusst gelesen werden müssen. Unser Gehirn kann den Text meist sogar dann verstehen, wenn diese Worte ganz weggelassen werden. Nur so ist es möglich, die Spalte einer Tageszeitung auf einen Blick zu erfassen und so die Zeitung von oben nach unten zu lesen.
Eine ebenso verbreitete Angewohnheit ist das stille mitsprechen (Subvokalisieren). Auch das ist ein Überbleibsel aus der Schulzeit, als die Texte noch laut vor- und mitgelesen wurden. Das verlangsamt das Lesen ganz erheblich. Das Gehirn kann nämlich den Text deutlich schneller erfassen, als der Kehlkopf die Worte aussprechen kann. Selbst wenn der Text nicht laut mitgelesen wird, bremst die Angewohnheit das Lesetempo.
Auch das Mitverfolgen des Textes mit dem Finger gehört zu den Tempobremsen. Das menschliche Auge ist nämlich wesentlich schneller als der Finger. Neuere Untersuchungen haben jedoch gezeigt, dass definierte Haltepunkte das Tempo auch steigern können, sofern sie nicht bei jedem Wort vorhanden sind. So kann das Zeigen mit dem Finger dann wieder sinnvoll werden, wenn man in den Zeitungsspalten den Finger nicht von links nach rechts, sondern Zeilenweise von oben nach unten bewegt.
Advertisement/WerbungDas Zurückspringen mit dem Auge ist schließlich eine Angewohnheit, die meist mit mangelnder Konzentration gepaart ist. Wird der Sinn eines Satzes nicht sofort erfasst, neigt der normale Leser dazu, ihn wieder und wieder zu lesen. Dieses Zurückspringen führt dann dazu, dass schon gelesener Text immer wieder abgesucht wird. Auch hier hat die Forschung gezeigt, dass unser Gehirn den Sinn durchaus verstehen kann, wenn wir nur konsequent weiterlesen.
Zum Schnelllesen gehört nicht allzu viel. Schon die Umstellung einiger Lesegewohnheiten kann die Geschwindigkeit und das Verständnis steigern. Gewöhnen Sie sich an, immer nur vorwärts zu lesen, das Zurückspringen in der Zeile also zu vermeiden.
Außerdem lesen Sie möglichst immer "still", ohne die gelesenen Worte noch mal geistig zu wiederholen. Sie werden schnell merken, dass Ihr Auge dann die Texte automatisch in höherer Geschwindigkeit aufnimmt.
Bemerkenswerten Erfolg werden Sie haben, wenn Sie dazu auch noch Ihre Blickspanne erweitern, werden Sie mit einiger Übung bald auch die Zeitungsspalten von oben nach unten lesen können.
Übungen zum erweitern der Blickspanne kann man unterschiedlich durchführen. Die einfachste Form ist die Benutzung von Blitzkarten-Listen. Dabei werden Zahlen oder Worte einfach untereinander auf eine Liste geschrieben. Diese werden dann mit einer kleinen Karteikarte oder einem Zettel abgedeckt. Die jeweils nächste Zeile wird nun kurzzeitig (blitzartig) aufgedeckt und sofort wieder abgedeckt (daher der Name "Blitzkartentechnik).
Die Zahlen bzw. Wörter sollten in der Liste nach unten hin immer länger werden. Man versucht dabei, den kurzzeitig aufgeblitzten Begriff zu erkennen. Mit etwas Übung lassen sich auf diese Weise leicht auch sechsstellige Zahlen noch innerhalb eines Sekundenbruchteils erfassen. Bei Worten ist es meist noch einfacher, weil sogar lange Worte sofort erkannt werden, sofern sie zum gewohnten Wortschatz des Lesers gehören.
Eine noch bessere Methode ist die Übung mit einer geeigneten Software am Computer. Hier ist die Gefahr des Schummelns nicht so groß. Außerdem kann die "Einblendezeit" von der Software ganz exakt vorgegeben werden, so dass die Ergebnisse vergleichbarer sind.
Hier ein Beispiel für so eine Computeranwendung:
Sie benötigen den Flash Player (Version 5) um die Anwendung sehen zu können
