Zur Startseite - das Weblog -Lernpilot wird demnächst auch Schulungs-Videos anbieten. Da diese für blinde Teilnehmer nicht zugänglich sind (denn ein Blinder kann das Video ja nicht sehen), sollen parallel dazu auch Audio-Dateien angeboten werden.
Das Prinzip der Schulungs-Videos ist ganz einfach: Man erklärt eine Computersoftware wie Microsoft Word oder Excel, während man die Arbeitsschritte am Bildschirm als Video aufzeichnet. Das Ganze (Video und gesprochener Kommentar) kann dann im Browser angezeigt, oder zum späteren Ansehen heruntergeladen werden.
Blinde Anwender sind auf ihr Gehör oder den Tastsinn angewiesen. Schulungstexte können dann mit einer Braille-Zeile lesen. Damit wird der Text für die Finger tastbar gemacht wird. Meist werden aber so genannte Screenreader verwendet, die sich in das Computersystem des Benutzers einhängen, und jeden Tastendruck des Anwenders interpretieren.
Ein solcher Screenreader liest nicht nur die Texte vor, die auf dem Bildschirm zu sehen sind, sondern er liest auch die Menüpunkte und Steuerelemente vor, die in der Anwendung angezeigt werden. So kann sich auch ein Blinder in den typischen Anwendungen wie Textverarbeitung oder Tabellenkalkulation gut orientieren.
Es liegt also Nahe, eine Art "Hör-Video" für blinde Kursteilnehmer anzubieten, in dem dann nicht das Bild als Video, sondern die Sprachausgabe des Screenreaders als Audio aufgezeichnet wird.
Obwohl ich durchaus bereit bin, den höheren Aufwand für die Produktion einer Audiodatei zu leisten, möchte ich nicht mehrere tausend Euro für eine Screenreader-Software ausgeben. Da ich selbst nicht blind bin, benötige ich diese Software nicht und würde sie nur für Schulungszwecke einsetzen. Die vom Screenreader verwendeten Stimmen stammen ja ursprünglich aus der Text-To-Speech Engine (TTS) von Microsoft, die man sich kostenfrei auf den Microsoft-Seiten im Internet besorgen kann.
Trotzdem (ich bin ja ein braver Bürger) wollte ich zumindest den Hersteller der Screenreader-Software fragen, ob man mir die Verwendung der Audio-Ausgabe für Schulungszwecke erlaubt, wenn ich nur die frei zugängliche Demo-Version der Software benutze. Eine Anfrage beim Marktführer ergab leider, dass ich eine Vollversion für ca. 1600 Euro erwerben müsste, um eine solche Genehmigung zu erhalten.
Sehr viel großzügiger zeigte sich heute die Firma Baum, die mir spontan anbot, eine Version Ihres Screenreaders Virgo für mein Projekt einzusetzen. An dieser Stelle ein ganz herzliches Dankeschön auch im Namen meiner blinden Kursteilnehmer, die eine solche Geste sicher sehr zu schätzen wissen.
Die Leser von Lernpilot.de dürfen sich also in Zukunft auf neue Video- und Audiokurse freuen, die zunächst kostenfrei auf den Lernpilot-Seiten angeboten werden können. Inwieweit das Angebot dann ausgebaut wird, muss ich dann noch sehen, da sowohl Video als auch Audio einiges an Bandbreite beansprucht, so dass hohe Zugriffszahlen durchaus auch ein finanzielles Problem für mich werden könnten. Ich überlege jedoch, mir für diese Zwecke einen preisgünstigen eigenen Server zu mieten, der auch den Download von größeren Datenmengen zum Festpreis erlaubt.
Als Ergänzung werde ich die Angebote eventuell auch in Form eines eingenen Podcasts (sowohl Audio als auch Video) anbieten, so dass die Kurse dann auch über Podcatcher wie iPodder oder iTunes abonniert werden können.
Die Audio- und Video-Kurse können naturgemäß mit etwas weniger Aufwand produziert werden als meine Textbasierten Onlinekurse. Daher kann ich sicher auch Kurse für Anwendungen anbieten, die vielleicht nicht so verbreitet sind wie die typischen Microsoft-Produkte. Ich denke da beispielsweise an das neue Open Office, oder auch Kommunikationstools wie Skype.
Wer also selbst Vorschläge hat, was ich im Rahmen dieses Projektes anbieten sollte, kann mir gern eine E-Mail schreiben oder hier direkt einen Kommentar für diesen Beitrag hinterlassen.
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