Zur Startseite - das Weblog -Die moderne Gehirnforschung hat inzwischen einige sehr effektive Techniken hervorgebracht, mit denen etwas gelernt werden kann. Einige dieser Techniken, unter Anderem das Mind-Mapping oder die Birkenbihl-Methode, wurden ja hier bereits vorgestellt.
Es gibt jedoch durchaus auch Leute, die mit diesen modernen Techniken nicht klarkommen oder sie aus irgendwelchen Gründen nicht einsetzen wollen. Für diese Leute eignet sich vielleicht ein Klassiker, der von Sebastian Leitner in seinem Buch "So lernt man lernen" (Originaltitel: "Lernen lernen") vorgestellt wurde. Gemeint ist das Lernen mit der Lernkartei.
Die Lernkartei nach Leitner geht davon aus, dass der Mensch umso besser lernt, je mehr Wiederholungen er beim Lernen durchläuft. Daher lassen sich nach seiner Methode tatsächlich alle Dinge lernen die man auf Karteikarten abbilden kann. Er beschreibt seine Methode im Buch für das Lernen von Vokabeln, aber auch Formeln, Telefonnummern und andere Daten lassen sich mit seinem Verfahren lernen.
Die Lernkartei ist nicht wirklich Gehirn-gerecht, weil das Lernen damit wirklich nur über mechanisches Wiederholen funktioniert. Die Lernkartei kann aber natürlich auch in Kombination mit anderen, gehirn-gerechten Methoden verwendet werden. Je Gehirn-gerechter dabei gelernt wird, desto weniger Wiederholungen wird man benötigen.
Bevor man mit der Lernkartei arbeiten kann, ist zunächst eine Bastelstunde angesagt. Die Lernkartei besteht aus einem kleinen Karteikasten, den man sich nach den Maßen von Sebastian Leitner selbst anfertigen kann. Wer wenig handwerkliches Geschick besitzt, kann jedoch auch jeden anderen geeigneten Behälter zu einer Lernkartei umfunktionieren.
Als ich vor vielen Jahren zum ersten Mal für die Schule mit einer Lernkartei lernen wollte, benutzte ich eine Seifenverpackung aus fester Pappe, in die ich die nötigen Abteilungen mit Papier eingeklebt hatte. Die Seifenpackung bestand aus drei Stück Seife, die nebeneinander verpackt waren, so dass der Kasten schmal und länglich war. Also ein idealer Kandidat für eine Lernkartei. Da die Schachtel einen Deckel hatte, konnte ich aus einer Schachtel gleich zwei Lernkarteien machen.
Natürlich passten in diese Lernkartei keine handelsüblichen Karteikarten. Diese habe ich mir dann aus Papier selbst zurecht geschnitten. Da ich als Schüler nicht viel Geld zur Verfügung hatte, war dies eine ausgesprochen preisgünstige Möglichkeit.

Die Original-Lernkartei nach Leitner ist ein Kasten von 11 cm Breite und 5 cm Höhe. Er sollte möglichst lang sein, bei Leitner werden hier 30 cm vorgegeben. Nun müssen in diese Schachtel noch vier Trennwände eingebaut werden, und zwar bei 1 cm, 3 cm, 8 cm und 16 cm.
Damit hat man einen Karteikasten mit unterschiedlich tiefen Fächern, die nach hinten hin immer größer werden. Das erste Fach ist gerade mal 1 cm tief, so dass hier nicht viele Karten hineinpassen. Das zweite Fach ist mit 2 cm doppelt so tief, das dritte umfasst 5 cm und die beiden letzten dann 8 cm und 14 cm.
