Eintrag-Details: Lübecker-Projekt: Musik Lernen

23.06.2006

Lübecker-Projekt: Musik Lernen

Meine Stammhörer des Lernpilot kennen ja schon das Konzept. Hier werden immer mal wieder Lerntechniken oder auch Initiativen vorgestellt, die im weitesten Sinne etwas mit Lernen zu tun haben.

Heute möchte ich mal ein ganz konkretes Projekt in Lübeck vorstellen. Hier können nämlich Interessenten ganz kostenlos einen kreativen Zugang zur Musik finden. Ich habe dazu ein Interview mit der Person geführt, die dieses Projekt ins Leben gerufen hat, nämlich mit dem Lübecker Komponisten Andrei Roum.

[Mehr:]

MP3-Datei herunterladen.

Andrei Roum ist gebürtiger Russe und spricht er die deutsche Sprache nicht fließend. Er kann sich aber dennoch in dieser Sprache gut verständlich machen wie Sie gleich hören werden. Das folgende Interview wurde direkt im Musikraum aufgezeichnet, so dass die Tonqualität nicht ganz optimal ist.

Falls Sie Probleme haben, alles zu verstehen, können Sie eine Zusammenfassung des Interviews auf der Internetseite von Lernpilot.de nachlesen.

Das Interview

[00:01:15]

Lernpilot: Heute spreche ich mit Andrei Roum, einem Lübecker Komponisten, der hier ein ganz interessanten Projekt ins Leben gerufen hat. Andrei Roum unterrichtet hier in Lübeck interessierte Jugendliche und Erwachsene, einmal in musikalischer Improvisation und Komposition, und dann gibt er auch noch Klavierunterricht. Das besondere daran ist: er macht diese Dinge völlig unentgeltlich. Die Kurse finden hier in Lübeck in der interkulturellen Begegnungsstätte "Haus der Kulturen" statt.

Das machen Sie hier einmal wöchentlich und ich würde gern für meine Hörer wissen: Was genau passiert bei diesen Kursen? Klavierunterricht kann sich wohl jeder gut vorstellen, aber was machen Sie beim Improvisieren?

A. Roum: Ja, zunächst einmal herzlichen Dank für die Einladung zu diesem Gespräch. Ich erzähle natürlich gerne was wir in diesem Workshop machen. Improvisation ist natürlich ein weites Feld. Zunächst teilen wir die Teilnehmer in kleine Gruppen. Jeder kann dann ein Instrument nehmen, egal welches. Auch Menschen, die noch nie ein Instrument gespielt haben, können trotzdem Improvisieren. Sie machen dann sehr schnell für sich neue Entdeckungen.

Lernpilot: Das heißt, man muss dafür auch keine Notenkenntnisse haben?

A. Roum: Nein, im Prinzip nicht. Es ist natürlich gut wenn man Noten kennt. Das gehört eigentlich zu einer guten Ausbildung, aber es ist keine Voraussetzung um Musik zu machen.

Die Gruppe sollte höchstens fünf Teilnehmer haben. Warum? Nun, es geht um einen Dialog zwischen den Teilnehmern. Sie müssen aufmerksam aufeinander hören, musikalische Fragen stellen und ebenso musikalische Antworten geben. Das ist ein spannender Prozess, der den Teilnehmern viel Freude macht.

Lernpilot: Ich mache ja selbst so einen Kurs mit und finde es auch sehr spannend. Sie bieten jetzt aber zusätzlich noch einen Kurs "Komponieren" an. Was machen Sie da, und warum bieten Sie auch noch diesen Kurs mit an?

A. Roum: Mein Haupt-Anliegen ist eigentlich, besonders die jungen Menschen auf die Musik aufmerksam zu machen, bei denen die Verbindung mit den alten Überlieferungen sozusagen verloren gegangen ist, zum Beispiel durch bestimmte politische, soziale oder kulturelle Verhältnisse.

Meine Aufgabe als Komponist und geschulter Musiker ist es, bei solchen Jugendlichen Interesse zu wecken für kreative und individuelle Arbeit, also zur individuellen Kreativität. Meine Kurse betrachte ich eigentlich als ein Paket, denn alles gehört zusammen: Komponieren, Improvisieren und es ist natürlich auch gut, wenn man dabei auch Klavier spielen kann. Natürlich kann man heute auch Musik mit dem Computer machen. Aber das "körperliche" Musik machen bringt doch mehr Freude.

Lernpilot: Das hört sich alles sehr interessant und spannend an. Eine Frage ist nun doch wichtig: Wenn man sich solche Kurse üblicherweise anschaut, kosten die normalerweise viel Geld. Sie bieten jetzt alles kostenlos an. Es wird nur die Raummiete hier im Haus der Kulturen fällig, das sind 5 Euro im Monat pro Teilnehmer. Was bewegt Sie dazu, das kostenfrei anzubieten?

A. Roum: Ja, tatsächlich kostet so ein Unterricht viel Geld. Früher konnten sich nur die Adeligen und Aristokraten so etwas erlauben. Die haben sich Komponisten und Musiklehrer für die Kinder nach Hause bestellt. So haben die Kinder eine ausgezeichnete musikalische Ausbildung erhalten. Und heute kümmert sich der Staat eigentlich nicht um diese Ausbildung. Die jungen Menschen bekommen heute keine Informationen was wirklich musikalische Kunst ist und viele denken dass Pop und Rockmusik die Kunst ist, die an Stelle der alten Meister wie Mozart und Beethoven tritt. Das ist eine falsche Sichtweise.

Die Musik die Mozart und Beethoven komponiert haben, setzt sich auch heute noch weiter fort, nur leider wissen die jungen Menschen das heute nicht, weil diese Kunst heute ziemlich ausgeblendet ist. Sie kommt nicht in Medien vor, daher ist mein Interesse, junge Menschen anzulocken um Ihnen diese neuen alternativen Wege zu offenbaren. Deswegen mache ich das kostenlos, damit ihnen das zugänglich wird, ohne dass sie damit finanzielle Probleme haben.

Lernpilot: Aber die Kurse sind ja nicht nur für junge Menschen? Es können doch auch Ältere teilnehmen?

A. Roum: Ja absolut. Das Alter spielt eigentlich keine Rolle. Ich betone nur deswegen die jungen Menschen, weil sie unsere Zukunft sind. Die musikalische Tradition soll nicht aussterben wie die Dinosaurier. Dinosaurier sind bei den jungen Menschen ja populär, aber auch diese Kunst, die auch zu diesen Dinosauriern gehört, ist sehr schön. Vielleicht werden die Menschen später mal geschockt sein, wenn Sie diese Musik verloren haben, und deswegen sollten wir jetzt alles tun, damit diese Tradition und die Überlieferungen nicht verloren gehen, sondern sich weiter kontinuierlich entwickeln. Deshalb hoffe ich, dass ich auch bei jungen Menschen Gehör finde.

Solche, die eine edle Seele haben und etwas für die Kultur ihres Landes tun wollen, sind herzlich bei mir eingeladen.

Lernpilot: Das hört sich interessant an. Sie helfen also dass die reine Kunst nicht ausstirbt wie die Dinosaurier, sondern dass wird da weiter daran arbeiten können.

Ich hoffe, dass sich vielleicht einige Leute aus Lübeck und Umgebung für dieses Projekt anmelden wollen. Wer Interesse hat: Die Improvisation findet zurzeit mittwochs von 16:30 Uhr bis 18:30 Uhr im Haus der Kulturen, Parade 12 in Lübeck statt. Termine für Komponieren und Klavierspielen können bei Andrei Roum individuell vereinbart werden, entweder telefonisch unter

0451 58 08 793

oder per E-Mail an freemusic@hotmail.de

Tonbeispiel

[00:11:00]

Soweit das Interview mit Anrei Roum. Ich will Ihnen noch einen kleinen Eindruck vermitteln, wie sich so eine Improvisations-Session anhören kann. Es folgt nun ein kurzer Ausschnitt aus einem solchen Workshop. Auch diese Aufnahme ist technisch nicht optimal, aber ich denke, für einen ersten Eindruck sollte es reichen.

( Tonbeispiel )

So, das war's mal wieder für heute. Wer gern mehr über das Thema Komponieren und Improvisieren erfahren möchte, kann sich weiterhin bei Lernpilot.de darüber informieren. In nächster Zeit ist geplant, die Grundlagen der Komposition nach Andrei Roum als Praxisprojekt bei Lernpilot zu veröffentlichen.

Also, bleiben Sie weiter dabei und hören Sie auch beim nächsten Mal wieder rein beim Lernpilot Podcast. Weitere Themen zum Thema Lernen finden Sie auch im Lernpilot Weblog unter http://www.lernpilot.de/blog

Permalink 23.06.2006 10:47:36, von Marian eMail , 1183 Wörter, 2576 mal angeschaut   German (DE) Kategorien: Podcast, Praxis, Musik

Kommentare, Pingbacks:

Kommentar von: Musik Download [Besucher]
Ich finde das Thema Musik lernen iwie ein bisschen eigenartig..
Permalink 14.04.2010 @ 12:21
Kommentar von: Kai [Besucher]
der interesse daran hat der lernt das auch selber durch eigenstudi so haben es schon viel kumpels von mir gemacht und das hört sich geil an
Permalink 02.06.2010 @ 10:15

Kommentar schreiben:

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht angezeigt.
Ihre URL wird angezeigt.
Antispam-Feld
Erlaubte XHTML Tags: <p, ul, ol, li, dl, dt, dd, address, blockquote, ins, del, span, bdo, br, em, strong, dfn, code, samp, kdb, var, cite, abbr, acronym, q, sub, sup, tt, i, b, big, small>
Optionen:
 
(Zeilenumbrüche werden zu <br />)
(Setze Cookies für Name, eMail & URL)

Werbung

Online-Kurse

  • Bequem lernen bei freier Zeiteinteilung von zuhause
  • Der Onlinekurs den jeder versteht
  • www.lernpilot.de/wbt/
Check Google Page Rank
buy viagra online|1|2|3|4|5|6|7|8|9|10|11|12|13|14|15|16|17|18|19|20|21|22|23|24|25|26|27|28|29|30|31|32|33|34|35|36|37|38|39|40|41|42|43|44|45|46|47|48|49|50|51|52|53|54|55|56|57|58|59|60|61|62|63|64|65|66| levitra overdose effects levitra overdose symptoms which is stronger levitra or viagra cialis levitra or viagra levitra or viagra which is better levitra interactions alcohol levitra uk side effects levitra uk online generic levitra uk levitra use for women levitra use instructions levitra user group levitra tabs 20mg levitra trial coupon levitra time effectiveness levitra time frame levitra ratings and reviews levitra effects viagra levitra effects use levitra effects forum levitra effects liver levitra effects women levitra effectiveness reviews levitra women effect standard levitra dose levitra generic medication levitra generic viagra levitra generic cheap levitra generic drug levitra generic available