Zur Startseite - das Weblog -Eine noch so gute Struktur und Logik nutzt nichts, wenn der Lerner nicht motiviert ist, sich das Material anzusehen (oder anzuhören).
Jeder Abschnitt (d.h. jede Lektion oder jedes Kapitel) des Materials sollten den Lerner am Anfang schon aktivieren. Er sollte immer einen guten Grund bzw. einen Antrieb verspüren, die nun folgenden Texte aufmerksam zu erarbeiten.
Eine solche Aktivierung kann beispielsweise über Quizfragen erfolgen. Der Lerner muss sich eine Antwort auf die Fragen ausdenken und wird so für das nachfolgende Thema interessiert.
Kann er die Fragen bereits mühelos beantworten, kann man auch vorschlagen, den folgenden Abschnitt zu überspringen, sofern er nichts Neues bringt. Man vermeidet auf diese Weise, die Lerner mit schon bekannten Fakten zu langweilen.
Neben einfachen Quizfragen, die sich auf elektronischem Wege auch leicht prüfen lassen, können auch komplexe Aufgaben gestellt werden. Das ist mitunter auch abhängig vom Thema des Lernmaterials.
Eine andere Möglichkeit, die Lerner für ein Thema zu interessieren, ist die Aufforderung zum Feedback.
Lassen Sie den Lerner Fragen stellen oder fordern Sie ihn auf, die Lösung einer einfachen Aufgabe einzusenden.
Besonders wirksam ist diese Art der Motivierung, wenn das Lernmaterial erst nach Einsendung dieser Aufgabe oder nach Formulierung der Fragen freigegeben wird.
Hier muss man allerdings vorsichtig sein. Wird die Schwelle für eigene Aktionen zu hoch angesetzt, läuft man Gefahr, dass die Lerner den Kurs vorzeitig abbrechen.
Ein Beispiel für eine Aufforderung zur Frage: "Senden Sie mir per E-Mail mindestens drei Dinge, die Sie gern in Zukunft mit dem erworbenen Wissen [über die Software][über Zeitmanagement] durchführen oder besser machen können. Sie erhalten dann das Kursmaterial für die ersten drei Lektionen."
Ein Beispiel für eine Aufgabe: "Sie haben in den vergangenen Lektionen gelernt wie man [ein Kontaktformular programmiert][eine To-do Liste erstellt]. Bitte lösen Sie die folgende Aufgabe und senden Ihre Lösung an mich per E-Mail. Sie erhalten dann die nächsten drei Lektionen zusammen mit der Auflösung für diese Aufgabe".
Besonders wichtig bei E-Learning ist auch, dass jegliches Feedback von den Lernern konsequent im Lernmaterial umgesetzt wird. Durch Rückfragen erhält man relativ schnell einen Eindruck, welche Punkte im Lernstoff noch nicht genügend klar erläutert wurden.
Geben Sie dem Lerner das Gefühl, dass sein Lernstoff "lebt". Anregungen, Feedback und Kritik sollten möglichst innerhalb von ein bis zwei Tagen im Lernstoff umgesetzt werden.
Weisen Sie Ihre Lerner auch darauf hin, dass in einer bestimmten Lektion zusätzliche Abschnitte oder Zusatzinfos hinzugekommen sind. So erzeugen Sie nicht nur den Eindruck, dass die Lernunterlagen immer sehr aktuell sind. Es hilft auch Anderen, weil Unklarheiten durch die Zusatzinfos vermieden werden.
Im Idealfall passen Sie den Lernstoff solange an, bis Sie keine Rückmeldungen mehr über Unklarheiten oder Verständnisfragen von Ihren Lernern erhalten.
In einer durch Medien verwöhnten Welt, ist das Lesen allein nicht mehr sonderlich attraktiv. Daher sollten Lernunterlagen, sofern sie elektronisch geliefert werden können, auch multimediale Elemente verwenden.
Möglich sind Audiokommentare, die einen Aspekt aus dem Text noch einmal in gesprochener Sprache erläutern. Auch Videos bieten sich an, wenn etwas gezeigt werden kann. Gerade im EDV-Bereich (z.B. Schulung von Software), ist diese Variante sehr attraktiv, da der Lerner die einzelnen Schritte mit Augen und Ohren direkt mitverfolgen kann.
Man sollte jedoch auch hier vorsichtig vorgehen, da nicht jeder Lerner die multimedialen Elemente nutzen will oder kann (z.B. Blinde können kein Video ansehen). Diese Elemente sollten daher niemals als hauptsächliche Quelle für die Fakten verwendet werden, sondern immer nur als Ergänzung. Eine Ausnahme wäre beispielsweise ein reines Video-Seminar.
Auch interaktive Elemente, beispielsweise ein kleines Lernspiel in Flash oder Java, können im Material eingesetzt werden.