Eintrag-Details: Podcasting Lernen (Teil 3: Praxis für Macher)

01.05.2006

Podcasting Lernen (Teil 3: Praxis für Macher)

Der Mix

Intro, Extro, Dudelmusik im Hintergrund.

Ein gut gemachter Podcast hat meist ein musikalisches Intro am Anfang. Viele verwenden auch am Ende eine "Abschlussmusik" auch Extro genannt. Diese Elemente sind in jedem Fall sinnvoll, wobei ich persönlich gern auf das Extro verzichte.

Intro/Extro

Ein gut gemachtes Intro hilft euren Hörern, den Podcast wiederzuerkennen. Es bildet sich mit der Zeit ein Markenbewußtsein, ganz ähnlich wie das beispielsweise beim Soundlogo der Telekom der Fall ist. Diese kleine Melodie besteht zwar nur aus 5 Tönen, wird aber sofort mit der Telekom in Verbindung gebracht, sobald man sie hört.

Ein weiterer Grund, ein Intro zu verwenden: Die meisten Leute kopieren sich mehrere Beiträge aus verschiedenen Podcasts auf ihren Player. Wenn ein Beitrag zuende ist, kann man durch das Intro sofort feststellen, wann der nächste Beitrag beginnt. Gerade wenn man mehrere Sendungen hören will, die vom gleichen Sprecher gesprochen werden, ist das durchaus hilfreich.

Tut euren Hörern aber einen Gefallen und haltet Intro und Extro (wenn ihr es verwendet) möglichst kurz. Ein guter Richtwert sind unter 10 Sekunden. Besonders lästig ist es, wenn der ganze Podcast nur aus wenigen Sekunden besteht, und das Intro/Extro den größten Teil einnimmt.

Ein besonders krasses Beispiel:

Fakten Fakten:

http://fakten.podhost.de/rss

Intro: 7 Sekunden

Extro: 6 Sekunden

Die ganze Sendung: 18-30 Sekunden

Merke: je kürzer die einzelne Podcast-Sendung, desto kürzer sollte das Intro sein.

Ein gutes Beispiel sind die Soundfacts:

http://www.soundfacts.de/podcast/aktuelles.xml

Hier dauert das Intro nur ganze 2 Sekunden, auf ein Extro wird ganz verzichtet.

Eine Sendung dauert zwischen 30 Sekunden und 4 Minuten.

Wenn ihr auf ein Extro verzichtet, solltet ihr am Ende allerdings immer eine Sekunde Platz lassen (notfalls mit dem Programm eine Sekunde Stille einfügen). Viele MP3-Player verschlucken am Anfang und am Ende eine halbe Sekunde. Bei den Soundfacts, die immer am Ende ganz abrupt aufhören, bekommt man so häufig das letzte Wort nicht mehr mit.

Intro produzieren

Ein gutes und unverwechselbares Intro zu finden, ist allerdings gar nicht so einfach. Natürlich kann man hier auf diverse Produkte wie den "Magix Music Maker" zurückgreifen, mit dem man Soundloops mit der Maus zusammenklicken kann. Die Ergebnisse sind jedoch nicht immer befriedigend.

Wer ein individuelles Intro haben möchte, der sollte dieses möglichst selbst erstellen. Es gibt inzwischen auch kostenfreie oder günstige Software, mit der man selbst Musikstücke komponieren kann. Diese Programme heißen Notensatzprogramme oder Sequenzer. Man kann damit eine kleine Melodie mit Begleitung erzeugen, und diese dann als Sounddatei exportieren. Selber Komponieren ist gar nicht so schwierig, wenn man erst einmal einige Grundlagen erarbeitet hat und anfängt mit seinen eigenen Ideen zu experimentieren.

Ich komponiere inzwischen meine Intros alle selber und liefere gern auch welche an Podcaster-Kollegen wenn ich freundlich gefragt werde. Die Sachen sind dann immer individuell und wenn möglich an den Stil des Podcasts angepasst. Da ich das als Hobby betreibe, gibt es diesen Service kostenfrei, solange ich noch genügend Freizeit dafür habe.

Hintergrundmusik

Viele Podcast-Produzenten mögen es, Hintergrundmusik während des Beitrags laufen zu lassen. Das ist ziemlich gefährlich. Die Gefahren kommen hier von verschiedenen Seiten:

Musik kann nerven

Musik-Geschmack ist verschieden

Musik kann zu laut sein

Musik darf manchmal nicht verwendet werden

Zunächst einmal kann die Musik beim Hören ziemlich nerven. Wer es nicht gewohnt ist, Musik im Hintergrund zu hören, lässt sich vielleicht zu sehr von der Hintergrundmusik ablenken. Insbesondere wenn komplizierte Fakten erklärt werden, stört Musik mehr als das sie hilft. Tipp: Schaut euch an wie Beiträge in Rundfunk und Fernsehen mit Musik unterlegt werden. Auch da läuft die Musik nicht ständig.

Jeder Mensch hat einen anderen Musikgeschmack. Wenn ihr also nicht gerade einen Podcast über einen bestimmten Musikstil macht, solltet ihr mit Musik generell vorsichtig sein. Musik aus der Rubrik "Easy Listening" passt zwar häufig, kann aber trotzdem beim Hörer unerwünscht sein. Einige Hörer haben vielleicht gern ihre eigene Musik vom CD-Player im Hintergrund laufen und wollen wirklich nur den Wortbeitrag hören.

Gerade Einsteiger im Podcasting drehen ihre Hintergrundmusik zu laut auf. Damit Musik nicht stört, muss sie wirklich sehr leise sein. Man kann die Musik in den Sprechpausen etwas lauter machen und dann wieder zurücknehmen. Das bedeutet allerdings mehr Aufwand bei der Produktion des Beitrags. Daher machen viele den Fehler, die Musik mit einer mittleren Lautstärke laufen zu lassen, so dass die Sprache nicht mehr sehr gut zu verstehen ist.

Wenn ihr wirklich Musik im Hintergrund oder auch als Pausenfüller in eurem Podcast einsetzen wollt, dürft ihr nicht irgendetwas aus eurer CD-Sammlung verwenden. Alles was man im CD-Laden oder im Internet kaufen kann, wird in der Regel von der GEMA verwaltet. Das bedeutet, ihr müsst Geld an die GEMA bezahlen, wenn ihr solche Musik verwenden wollt. Das gilt auch dann, wenn ihr für die CD im Laden schon regulär bezahlt habt. Die Preise richten sich nach der Anzahl eurer Hörer und das wird nicht gerade billig.

Wenn ihr also Musik einsetzen wollt, haltet euch an gemafreie Musik. So etwas findet ihr zum Beispiel als Podcast bei Peter Bachmann:

http://dieter-bachmann.podspot.de/rss

Peter Bachmann ist selbst Podcaster und stellt seine eigenen Kompositionen ins Internet. Wenn ihr seine Musik verwenden wollt, müsst ihr ihn vorher fragen. Es gibt inzwischen einige Podcasts, die seine Musik in ihren Produktionen verwenden.

Noch mehr Auswahl findet ihr auf speziellen Portalen, die so genannte "Podsafe-Music" anbieten. Einer davon ist Das Podcast Network "Podshow":

http://music.podshow.com/

Wenn ihr euch dort als Podcaster kostenlos anmeldet, könnt ihr kostenfrei auf die Musik zugreifen, die dort von den Künstlern bereitgestellt wird. Ihr müsst dann nicht mehr vorher fragen, wenn ihr die Musik in eurem Podcast verwendet. Es wird nur erwartet, dass ihr den Künstler in eurem Podcast oder in den Shownotes zu eurem Podcast erwähnt.

Shownotes sind übrigens Textbeiträge, die man in der Regel zu jedem Podcast findet. Der Podcast selbst ist ja eine MP3-Datei zum Download auf einer Internetseite (z.B. ein Textbeitrag in Loudblog - mehr dazu im Abschnitt "Der Hoster"). Dort kann man dann Informationen zu der MP3-Datei hineinschreiben, damit der Hörer schon vorher weiß, was ihn beim Hören der Datei erwartet. Solche Infos nennt man allgemein "Shownotes".

Ein weiteres Portal für gemafreie Musik ist Garageband:

http://www.garageband.com/

Bitte nicht verwechseln mit der Software von Apple, die man auf einem Apple-Computer zum Produzieren von Podcast-Beiträgen benutzen kann.

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Permalink 01.05.2006 08:26:53, von Marian Email , 7774 Wörter, 15807 mal angeschaut   German (DE) Kategorien: Praxis, Podcasting

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